Heute schon geräuspert? Wenn Räuspern zum Zwang wird...

Eigentlich ist Räuspern ein harmloser physiologischer Reflex, vergleichbar mit Husten. Jeder kennt das: Bei Erkältungen bildet sich vermehrt Schleim, man muss sich häufiger räuspern. Manchmal entsteht jedoch aus anderen, ungünstigeren Gründen über einen längeren Zeitraum hinweg ein dauerhaftes Kloßgefühl im Hals oder ein sogenannter Räusperzwang. Um hier den Ursachen auf den Grund zu gehen, sollte man den HNO-Arzt seines Vertrauens aufsuchen. Er fahndet nach auslösenden Faktoren. Als organische Ursachen kommen u.a. Veränderungen des Kehlkopfes, Fremdkörper in der Luftröhre, Postnasal-Drip-Syndrom oder eine Reflux-Erkrankung (Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre) in Frage.

Liegen keine organischen Ursachen vor, so können Stress und Ängste Auslöser sein. Auch eine gereizte Halsschleimhaut, Verspannungen der Muskeln im Kehlkopf oder eine überforderte Stimme können Ursache sein. Sehr viel und sehr laut mit einer ungeschulten Stimme zu reden führt häufig zu einer mechanischen Belastung des Kehlkopfes, die dann Schleimhautreizungen der Stimmbänder nach sich zieht (eine sogenannte Stimmstörung). Vorsicht Teufelskreis! Wer sich ständig räuspert, wird dadurch wiederum heiser, weil der Kehlkopf dabei extrem belastet und gereizt wird. Dies führt zu einer kontinuierlichen Selbstverstärkung der Symptomatik und zu einem Räusperzwang. Besser wäre es, dem Drang, sich zu räuspern, zu widerstehen.

Was hilft: Zunächst müssen die Ursachen beseitigt werden. Sollte es sich dabei um nicht organische Ursachen handeln, helfen Wirkstoffe, die die Schleimhäute beruhigen, wie z. B. Salbei oder Panthenol. Menthol- oder pfefferminzhaltige Bonbons trocknen die Schleimhäute aus und sind daher eher ungeeignet. Auch genügend zu trinken und auf das Rauchen zu verzichten, hält die Schleimhäute feucht und verhindert Reizungen. Sollte der HNO-Arzt als Ursache eine Stimmstörung diagnostiziert haben, so hilft eine logopädische Behandlung.